Vorsicht Falle: Nur Parkett kann renoviert werden

Wer bei der Auswahl seines Fußbodenbelags großen Wert auf hohe Qualität, nachhaltige Langlebigkeit und besondere Natürlichkeit legt, der sollte sich für einen Boden aus 100 Prozent Echtholz entscheiden. 

Damit dabei kein Fehler passiert, sollte beim Kauf gezielt nachgefragt werden, ob es sich auch tatsächlich um „Parkett“ handelt – denn nur Dielen mit einer Echtholznutzschicht von mindestens 2,5 Millimetern können mehrmals renoviert werden. „Die Verbraucher müssen im Geschäft darauf achten, nicht in die Produktfalle zu tappen. Mittlerweile gibt es nämlich eine Fülle von Bodenbelägen, die zwar die Holzoptik von Parkett täuschend echt imitieren, jedoch nicht wieder in einen neuwertigen Zustand zurückversetzt werden können“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp), Michael Schmid.

 

Ist der passende Parkettboden schließlich gefunden und professionell verlegt, hält er für viele Jahre und sogar Jahrzehnte auch härteste Beanspruchung aus. Doch auch der beste Parkettboden kommt irgendwann in die Jahre und weist die ein oder andere Gebrauchsspur auf. Jetzt kann der Haus- oder Wohnungsbesitzer überlegen, ob der Bodenbelag komplett renoviert oder partiell repariert werden soll. Eine Renovierung des gesamten Bodens kommt vor allem dann in Frage, wenn es sich um lackiertes Parkett und eine großflächige Beschädigung handelt. Dann wird das Parkett abgeschliffen und vollflächig neu versiegelt. Anders bei geöltem Parkett: Hier reicht oft eine partielle Erneuerung aus. In beiden Fällen ist in der Regel die Hilfe eines Fachmanns heranzuziehen. Kleinere Beschädigungen hingegen lassen sich mit etwas Geschick und den richtigen Hilfsmitteln selbst reparieren. Besonders tiefere Kratzer sollten schnell beseitigt werden. Ist nämlich die Oberfläche beschädigt, können Flüssigkeiten wie Getränke oder Wasser vom Blumengießen eindringen, woraufhin das Holz an dieser Stelle zu quellen beginnt, was weitere Schäden nach sich ziehen kann. 

 Parkett reparieren – so schnell und gut wie die Profis

„Die professionelle Lösung, kleinere Schäden am Parkett selbst zu beheben, sind Reparatursets, die speziell für den Endverbraucher zusammengestellt wurden“, empfiehlt Parkettexperte Schmid. Diese Sets sind mit allen nötigen Hilfsmitteln ausgestattet, die auch Fachmänner anwenden: Schleif- und Poliertücher, ein kleiner Hobel, ein Klarlackstift und natürlich ein passende Auswahl an farbigen Wachsen sowie ein elektrisches Schmelzgerät für die Wachsmischung bilden ein perfektes Rundum-sorglos-Paket. Bei kleinen Schäden ist es besonders wichtig, die reparierte Stelle wieder zu versiegeln, damit kein Wasser eindringen kann. In den meisten Reparatur-Sets sind dafür Versiegelungs-Stifte schon enthalten. Obendrein können damit nicht nur Holzfußböden, sondern auch andere Holzoberflächen bei Möbeln, Treppen oder Türen repariert werden.

 Schritt für Schritt-Anleitung zur Parkettreparatur: Zu Beginn der Reparaturmaßnahmen müssen alle losen Teile rund um die Schadensstelle entfernt und die Fläche gereinigt werden. Dann wird der Kratzer mit farblich passendem und erwärmtem Wachs aufgefüllt. Das geschmolzene Wachs wird solange gemischt, bis der richtige Farbton entsteht und das überstehende Wachsgemisch wird mit einem kleinen Hobel bündig abgetragen. Im Anschluss wird die ausgebesserte Stelle mit einem Vlies entfettet und mit einem Klarlackstift wieder versiegelt. Wenn die Versiegelung nach zirka fünf Minuten trocken ist, kann abschließend mit einem Schleif- und Poliertuch der Glanz der ausgebesserten Stelle angepasst werden.